Osteopathie bei CMD und Kieferbeschwerden in München
Osteopathie bei Kieferschmerzen und CMD in München
Kieferschmerzen sind das, was Sie spüren, CMD ist der fachliche Name für das, was dahintersteckt. Die Abkürzung steht für craniomandibuläre Dysfunktion und fasst Funktionsstörungen im Zusammenspiel von Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Zahnkontakt zusammen. Weil das Kiefergelenk das am häufigsten bewegte Gelenk des Körpers ist und die Kaumuskulatur, gemessen an ihrer Größe, zu den kräftigsten Muskeln gehört, bleibt es selten beim Kiefer allein, wenn dieses System dauerhaft überlastet ist. Genau deshalb tauchen die Beschwerden oft an Stellen auf, die man zunächst nicht mit dem Kiefer verbindet.
Wir behandeln die Kaumuskulatur und das Kiefergelenk von außen und auf Wunsch auch von innen im Mund, dazu die Halswirbelsäule, die Schädelbasis und den Brustkorb. Zur zahnärztlichen Schienentherapie ist das kein Widerspruch, sondern eine Ergänzung: Die Schiene schützt die Zähne und nimmt Druck aus dem System, während wir an der Spannung ansetzen, die sich über Monate aufgebaut hat. Die zahnmedizinische Diagnose und die Schiene bleiben dabei Sache Ihrer Zahnärztin, unsere Arbeit setzt daneben an.
Ihre Expertin für Kieferbeschwerden in München
Annemarie von Witzleben
Osteopathin · Physiotherapeutin · Heilpraktikerin
- Ausgebildet am Sutherland Cranial College of Osteopathy.
Für die Arbeit am Kiefer ist die craniosacrale Ausbildung genau die passende, weil Kiefergelenk und Schädelbasis anatomisch eng zusammenhängen und dort mit sehr feinem Druck gearbeitet wird.
- Physiotherapeutin und Osteopathin in einer Person.
Die Ausbildung zur Physiotherapeutin von 2005 bis 2008 in Berlin, darauf aufbauend die fünfjährige Osteopathie-Ausbildung von 2008 bis 2013 an der International Academy of Osteopathy in München. Der physiotherapeutische Blick ist bei CMD wichtig, weil die Kaumuskulatur genauso belastbar sein muss wie jeder andere Muskel.
- Abgestimmt mit Zahnmedizin und Kieferorthopädie.
Diagnose und Schienenversorgung gehören in die Zahnarztpraxis, die Behandlung der Muskulatur und der angrenzenden Regionen zu uns. Diese Rollenteilung ist bei CMD entscheidend.
- Mitglied im Bundesverband Osteopathie, Heilpraktikerin seit 2016.
Als Heilpraktikerinnen behandeln wir ohne ärztliche Überweisung. Meine Praxis am Sendlinger-Tor-Platz führe ich seit Januar 2017.
Das sagen Patientinnen und Patienten
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Mehr InformationenWo bei Kieferbeschwerden die Belastung entsteht
Damit die Behandlung an der richtigen Stelle ansetzt, sehen wir uns bei CMD nicht nur den Kiefer an, sondern das ganze Zusammenspiel:
- die Kaumuskulatur, allen voran den Schläfen- und den Massetermuskel, die bei dauerhaftem Pressen überlasten
- das Kiefergelenk selbst, dessen Knorpelscheibe für das typische Knacken sorgen kann
- den Zahnkontakt, der durch eine neue Krone, eine Lücke oder eine Zahnspange verändert sein kann und zahnärztlich beurteilt gehört
- die Halswirbelsäule und die Kopfgelenke, die mit dem Kiefer eng zusammenarbeiten und fast immer mitbetroffen sind
Symptome: woran Sie eine CMD erkennen
Das Tückische an einer CMD ist, dass die auffälligsten Beschwerden oft gar nicht am Kiefer auftreten. Viele Betroffene sind jahrelang wegen Kopf- oder Nackenschmerzen unterwegs, bevor jemand auf den Kiefer schaut.
Direkt am Kiefer
- Schmerzen im Kiefergelenk vor dem Ohr, beim Kauen oder in Ruhe
- Knacken oder Reiben beim Öffnen und Schließen des Mundes
- eine eingeschränkte Mundöffnung, etwa beim Gähnen oder beim Biss in einen Apfel
- eine Mundöffnung, die zu einer Seite abweicht
- ein Muskelkater-Gefühl in den Wangen oder an den Schläfen, besonders morgens
- das Gefühl, dass der Biss nicht mehr richtig stimmt
In der Umgebung
- Kopfschmerzen an den Schläfen, häufig schon beim Aufwachen
- Nacken- und Schulterverspannungen mit eingeschränkter Kopfdrehung
- Gesichtsschmerzen und ein Druckgefühl hinter den Augen
- Ohrgeräusche und ein Gefühl von Druck auf den Ohren
- Schwindelgefühle, besonders in Verbindung mit einem steifen Nacken
- Zahnschmerzen, für die sich zahnärztlich kein Befund findet
Ein einfacher Selbsttest
Legen Sie beide Zeigefinger vor die Ohren auf die Kiefergelenke und öffnen Sie langsam den Mund. Achten Sie darauf, ob es knackt, ob sich eine Seite anders anfühlt und ob der Unterkiefer zur Seite ausweicht. Messen Sie anschließend die Mundöffnung: Normal sind etwa drei übereinandergelegte Finger zwischen den Schneidezähnen. Dieser Test ersetzt keine Untersuchung, gibt Ihnen aber einen ersten Anhaltspunkt. Wenn der Kiefer plötzlich blockiert und sich der Mund nicht mehr öffnen oder schließen lässt, gehört das zeitnah zahnärztlich oder kieferchirurgisch abgeklärt.
Was ist CMD?
Die craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD, beschreibt eine Funktionsstörung im Zusammenspiel von Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Zahnkontakt. Es handelt sich nicht um eine einzelne Krankheit, sondern um einen Sammelbegriff, im internationalen Sprachgebrauch spricht man von temporomandibulären Störungen. Fachlich unterscheidet man grob drei Gruppen und diese Einordnung ist für die Behandlung entscheidend: Beschwerden, die von der Kaumuskulatur ausgehen, sind mit Abstand am häufigsten und genau der Bereich, in dem manuelle Behandlung am meisten leisten kann. Daneben gibt es Beschwerden, die vom Kiefergelenk selbst ausgehen, etwa durch eine verlagerte Knorpelscheibe, die das typische Knacken verursacht. Und schließlich entzündliche oder degenerative Veränderungen im Gelenk, die zahnärztlich oder kieferchirurgisch abgeklärt gehören.
Auffälligkeiten am Kausystem lassen sich bei einem erheblichen Teil der Bevölkerung finden, doch nur ein kleinerer Teil hat davon behandlungsbedürftige Beschwerden. Ein Knacken allein ist noch keine Erkrankung. Erst wenn Schmerzen, eine eingeschränkte Mundöffnung oder Folgebeschwerden dazukommen, wird daraus ein Befund, der behandelt gehört. Wichtig zu wissen ist auch, was Osteopathie hier nicht leistet: Wir ersetzen keine zahnärztliche Funktionsanalyse und keine Schiene, wir vermessen keinen Biss und stellen keine zahnmedizinische Diagnose. Wenn Ihre Beschwerden vom Zahnkontakt oder von einer nicht passenden Krone kommen, können wir die Muskulatur beruhigen, die Ursache selbst aber nicht beheben.
Ursachen einer CMD
Fast nie gibt es die eine Ursache, meist kommen mehrere Faktoren zusammen, weshalb auch eine einzelne Maßnahme selten ausreicht. Der häufigste Faktor ist anhaltende Anspannung und Pressen. Im Ruhezustand sollten sich die Zahnreihen gar nicht berühren, zwischen ihnen gehört ein kleiner Abstand und wer unter Belastung presst, tagsüber am Bildschirm ebenso wie nachts, hebt diesen Abstand über Stunden auf und belastet Muskulatur und Gelenk erheblich.
Daneben spielen zahnmedizinische Faktoren eine Rolle, etwa eine neue Krone oder Füllung, die minimal zu hoch ist, eine Zahnlücke, ein fehlender Backenzahn oder eine kieferorthopädische Behandlung, die den Zahnkontakt verändert. Der Körper gleicht das über die Muskulatur aus und genau dort entsteht dann die Überlastung. Diese Faktoren gehören zahnärztlich beurteilt, nicht osteopathisch. Ebenso zählt die Haltung dazu: Schiebt sich der Kopf bei Bildschirmarbeit nach vorn, verändert das die Ruhelage des Unterkiefers und umgekehrt beeinflusst eine dauerhaft angespannte Kaumuskulatur den Nacken, weshalb wir bei CMD immer beides untersuchen. Schließlich können ein Schleudertrauma, ein Sturz auf das Kinn oder eine lange Behandlung beim Zahnarzt mit weit geöffnetem Mund der Auslöser sein und weil ein solches Ereignis manchmal Monate zurückliegt, fragen wir in der Anamnese gezielt danach. Nächtliches Knirschen schließlich tritt gehäuft in Phasen mit schlechtem Schlaf und hoher Belastung auf, viele Betroffene bemerken selbst, dass die Beschwerden in ruhigeren Wochen nachlassen.
Warum der Kiefer Kopf, Nacken und Ohren betrifft
Für viele Betroffene ist das der überraschendste Teil, weil der Kiefer Beschwerden erklärt, die scheinbar nichts mit ihm zu tun haben. Dahinter stecken nachvollziehbare anatomische Zusammenhänge.
Kopfschmerzen
Der Schläfenmuskel gehört zur Kaumuskulatur und liegt genau dort, wo viele Menschen ihren Kopfschmerz spüren. Eine über Stunden angespannte Kaumuskulatur überträgt Schmerz zudem in Stirn, Schläfe und hinter das Auge, sodass morgendliche Kopfschmerzen mit steifem Kiefer ein typisches Muster sind.
Nacken und Schultern
Kiefer und obere Halswirbelsäule sind direkte Nachbarn und arbeiten funktionell eng zusammen. Eine dauerhaft angespannte Kaumuskulatur verändert deshalb die Spannung im Nacken und ein verspannter Nacken wirkt umgekehrt auf den Kiefer zurück.
Ohren, Ohrgeräusche und Schwindel
Das Kiefergelenk liegt unmittelbar vor dem Gehörgang, getrennt nur durch eine dünne Knochenwand, weshalb ein Druckgefühl auf dem Ohr, das Gefühl eines verstopften Ohrs und Ohrgeräusche bei Kieferbeschwerden gehäuft auftreten. In diesen Fällen behandeln wir Kiefer und Halswirbelsäule mit. Eine Wirkung auf ein Ohrgeräusch selbst können wir Ihnen aber nicht versprechen und noch wichtiger: Ohrgeräusche, eine Hörminderung und Schwindel gehören zuerst HNO-ärztlich abgeklärt, ein plötzlicher Hörverlust ist ein Notfall.
Zähneknirschen und Pressen
Fachlich spricht man von Bruxismus und unterschieden wird zwischen nächtlichem Knirschen, von dem die meisten nichts wissen und dem Pressen am Tag in Konzentrationsphasen, wobei beides auch gleichzeitig vorkommt. Bemerkbar macht es sich durch morgendlichen Muskelkater in den Wangen oder einen steifen Kiefer beim Aufwachen, durch abgeflachte oder empfindliche Zähne, die Ihre Zahnärztin anspricht, durch Abdrücke der Zähne am Zungenrand sowie durch den Hinweis der Partnerin oder des Partners, dass Sie nachts hörbar knirschen.
Osteopathisch behandeln wir die Folgen, also die überlastete Kaumuskulatur, die Beweglichkeit des Kiefergelenks und die fast immer mitbetroffene Nackenregion, womit sich die Spannung senken und häufig auch der Kopfschmerz lindern lässt. Das Knirschen selbst abzustellen, können wir Ihnen dagegen nicht versprechen, weil es zu großen Teilen ein Schlaf- und Belastungsphänomen ist. Zum Schutz der Zähne ist die Schiene das Mittel der Wahl und die kommt von Ihrem Zahnarzt.
Was Sie bei Kieferbeschwerden selbst tun können
Was Sie tagsüber mit Ihrem Kiefer machen, wirkt oft stärker als das, was in einer einzelnen Behandlung geschieht und genau deshalb lohnt sich der Blick auf ein paar Alltagsgewohnheiten. Am wichtigsten ist die richtige Ruhelage: Die Zunge liegt locker am Gaumen, die Zahnreihen sind leicht auseinander und die Lippen sind geschlossen. In dieser Position sollte der Kiefer den Großteil des Tages sein, denn sobald sich die Zahnreihen berühren, arbeitet die Muskulatur.
Weil Pressen meist unbewusst passiert, hilft eine einfache Erinnerung: Kleben Sie sich für ein paar Tage einen kleinen Punkt an den Bildschirmrand und jedes Mal, wenn Sie ihn sehen, prüfen Sie, ob Ihr Kiefer locker ist. In akuten Phasen meiden Sie außerdem harte und zähe Speisen und verzichten auf Kaugummi über längere Zeit und ein warmes Tuch für zehn Minuten auf den Wangen am Abend entspannt die Kaumuskulatur zusätzlich.
Aufbissschiene und Zusammenspiel mit der Zahnmedizin
Eine in der Zahnarztpraxis angefertigte Aufbissschiene schützt die Zähne vor Abrieb und verändert die Position, in der Ober- und Unterkiefer aufeinandertreffen, wodurch sie Druck aus dem System nimmt. Bei nächtlichem Knirschen ist sie der Standard und wir raten niemandem davon ab. Vorsicht ist allerdings bei fertigen Schienen aus der Drogerie oder aus dem Internet geboten, denn eine nicht angepasste Schiene kann den Biss verändern und die Beschwerden sogar verstärken.
Was die Schiene nicht leistet, ist die Muskulatur zu entspannen, die über Monate oder Jahre in Überlastung war, denn sie verändert die Ausgangsposition, nicht die Spannung. Genau dort setzen wir daneben an, an der Kaumuskulatur, am Kiefergelenk, an den Kopfgelenken und an der Halswirbelsäule und viele Menschen berichten, dass sie ihre Schiene nach einer Behandlung besser vertragen. Die Kombination aus beidem ist der übliche Weg. Sagen Sie uns, wer Sie zahnärztlich betreut und in welcher Phase der Schienentherapie Sie sind, dann stimmen wir unser Vorgehen darauf ab.
Nach welchen Prinzipien wir bei CMD arbeiten
Einige Grundsätze gelten bei der Behandlung von Kieferbeschwerden in meiner Praxis ausnahmslos.
- Zahnärztliche Abklärung zuerst. Ohne Funktionsanalyse behandeln wir höchstens die Muskulatur und Sie sollten wissen, dass die Ursache damit nicht gefunden ist.
- Nie nur der Kiefer. Halswirbelsäule, Kopfgelenke und Atmung gehören bei CMD immer zur Untersuchung.
- Sie entscheiden über die Behandlung von innen. Ein Teil der Kaumuskulatur ist von innen besser erreichbar, aber wir arbeiten dort nur mit Ihrem ausdrücklichen Einverständnis.
- Der Alltag entscheidet mit. Was Sie tagsüber mit Ihrem Kiefer machen, wirkt oft mehr als die Zeit auf der Liege, deshalb sprechen wir viel über Pressen, Schlaf und Anspannung.
- Kein Abonnement. Verändert sich nach zwei bis drei Behandlungen nichts, besprechen wir einen anderen Weg.
So läuft eine CMD-Behandlung in München ab
Bevor wir mit den Händen arbeiten, wollen wir Ihre Geschichte verstehen. Wir fragen, wo und wann die Beschwerden auftreten, ob sie morgens oder abends schlimmer sind und gehen dem Knacken, der Mundöffnung und möglichen Kaubeschwerden nach. Dazu gehört Ihre zahnärztliche Vorgeschichte, also Kronen, Füllungen, Zahnersatz, Kieferorthopädie und Weisheitszähne, ebenso wie zurückliegende Unfälle, Ihr Schlaf und Ihre Belastung im Alltag. Bringen Sie Ihre Schiene und vorhandene Befunde mit. Anschließend messen wir die Mundöffnung, prüfen, ob der Unterkiefer beim Öffnen zur Seite abweicht und tasten Kiefergelenk und Kaumuskulatur ab, bevor wir die Beweglichkeit von Halswirbelsäule, Kopfgelenken, Nackenmuskulatur und Brustkorb untersuchen.
Für die Behandlung liegen Sie auf der Liege, während wir an der Kaumuskulatur, am Kiefergelenk, an den Kopfgelenken und an der Halswirbelsäule mit sanfter Mobilisation und mit Techniken am Bindegewebe arbeiten. Ein Teil der Kaumuskulatur lässt sich von innen im Mund besser erreichen als von außen, das machen wir ausschließlich mit Ihrem Einverständnis, mit Handschuhen und nachdem wir es vorher mit Ihnen besprochen haben. Ist Ihnen das unangenehm, arbeiten wir nur von außen, was völlig in Ordnung ist. Zum Abschluss besprechen wir, was wir gefunden haben und geben Ihnen einen konkreten Hinweis für den Alltag mit, meist zur Ruhelage des Kiefers und dazu, woran Sie tagsüber das Pressen bemerken.
Was Sie zum ersten Termin mitbringen sollten
Eine kurze Vorbereitung macht den ersten Termin aussagekräftiger. Bringen Sie nach Möglichkeit mit:
- Ihre Aufbissschiene, auch wenn Sie sie gerade nicht tragen
- zahnärztliche Befunde, etwa aus einer Funktionsanalyse und vorhandene Röntgenaufnahmen
- den Namen Ihrer Zahnärztin oder Ihres Kieferorthopäden, falls eine Abstimmung sinnvoll ist
- eine Notiz dazu, wann die Beschwerden auftreten, besonders ob morgens oder abends
- bequeme Kleidung
Kommen Sie möglichst nicht direkt nach einer langen Zahnbehandlung, denn nach einer Stunde mit weit geöffnetem Mund ist die Kaumuskulatur gereizt und die Untersuchung wäre wenig aussagekräftig.
Nach der Behandlung: was normal ist
Am häufigsten spüren Sie in den ein bis zwei Tagen danach ein Muskelkater-Gefühl in den Wangen, besonders nach der ersten Behandlung. Manche Menschen bemerken, dass sich ihr Biss kurzzeitig ungewohnt anfühlt, weil sich die Muskelspannung verändert hat, auch Müdigkeit kommt vor. Essen Sie an diesem Tag nichts sehr Hartes oder Zähes, verzichten Sie auf Kaugummi und wenden Sie abends Wärme an. Ihre Schiene tragen Sie weiter wie gewohnt.
Bei muskulär bedingten Beschwerden zeigt sich meist nach zwei bis drei Terminen, ob sich etwas bewegt, wobei die Abstände anfangs bei ein bis zwei Wochen liegen. Entscheidend ist, was zwischen den Terminen passiert, denn solange Sie unbemerkt die Zähne aufeinanderpressen, kommt die Spannung zuverlässig zurück. Verändert sich nach zwei bis drei Behandlungen nichts, besprechen wir offen einen anderen Weg.
Wann eine andere Abklärung vorgeht
In den folgenden Fällen behandeln wir nicht oder erst nach einer Abklärung durch Zahnmedizin, Kieferchirurgie oder Ärztin:
- der Kiefer blockiert plötzlich, der Mund lässt sich nicht mehr öffnen oder nicht mehr schließen
- eine deutliche Schwellung im Gesicht oder am Kiefer, besonders zusammen mit Fieber
- Kieferschmerzen zusammen mit Zahnschmerzen, hier ist zuerst die Zahnärztin zuständig
- ein Taubheitsgefühl im Gesicht oder an der Zunge
- ein plötzlicher Hörverlust, der ein Notfall ist
- eine einseitige Gesichtslähmung oder blitzartig einschießende Gesichtsschmerzen
- Kieferbeschwerden nach einem Unfall mit Verdacht auf einen Bruch
Ein Hinweis, der oft übersehen wird und wichtig ist: Kieferschmerz auf der linken Seite zusammen mit einem Engegefühl in der Brust, Atemnot oder Übelkeit kann ein Zeichen für einen Herzinfarkt sein. Bei dieser Kombination rufen Sie den Notruf 112, auch wenn bei Ihnen bereits eine CMD festgestellt wurde.
Zusammenarbeit mit Zahnmedizin, Kieferorthopädie und HNO
CMD ist das Thema, bei dem Alleingänge am wenigsten bringen. Die zahnärztliche Praxis führt die Funktionsanalyse durch, beurteilt den Zahnkontakt und fertigt die Schiene an und die Kieferorthopädie ist zuständig, wenn die Zahn- oder Kieferstellung eine Rolle spielt. Wir behandeln daneben die Kaumuskulatur, das Kiefergelenk und die angrenzenden Regionen. Wenn Sie einverstanden sind, schreiben wir Ihrer Zahnärztin eine kurze Rückmeldung zu unseren Befunden, was Doppeluntersuchungen erspart und die Abstimmung gerade während einer laufenden Schienentherapie erleichtert. Bei Ohrgeräuschen, Ohrdruck und Schwindel gehört zusätzlich die HNO-ärztliche Abklärung dazu, bevor wir behandeln.
Kosten und Kostenübernahme der CMD-Behandlung
Abgerechnet wird nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker, kurz GebüH. Sie erhalten von uns eine Rechnung, die Sie bei Ihrer Krankenkasse oder Ihrer Versicherung einreichen können. Der Betrag hängt vom Umfang der Behandlung ab, den konkreten Preis nennen wir Ihnen vor dem ersten Termin. Wichtig zu wissen ist, dass die osteopathische Behandlung und die Aufbissschiene getrennt abgerechnet werden, die Schiene rechnet Ihre Zahnärztin separat ab, nicht wir.
Gesetzlich Versicherte
Über 70 gesetzliche Krankenkassen bezuschussen osteopathische Behandlungen anteilig, in der Regel gegen Vorlage eines ärztlichen Privatrezepts und begrenzt auf einige Sitzungen pro Kalenderjahr. Weil sich die Bedingungen zwischen den Kassen erheblich unterscheiden, lohnt sich vorab ein kurzer Anruf bei Ihrer Kasse.
Privatversicherte, Beihilfe und Zusatzversicherung
Die Kosten werden in der Regel erstattet, der Umfang hängt vom Tarif ab. Eine ärztliche Überweisung brauchen Sie für die Behandlung nicht, da wir Heilpraktikerinnen sind.
Häufige Fragen zu CMD und Kieferbeschwerden
Was ist CMD?
CMD steht für craniomandibuläre Dysfunktion und bezeichnet eine Funktionsstörung im Zusammenspiel von Kiefergelenk, Kaumuskulatur und Zahnkontakt. Es ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Sammelbegriff, international spricht man von temporomandibulären Störungen. Kieferschmerzen sind dabei das Symptom, CMD die fachliche Einordnung.
Woran erkenne ich eine CMD?
Typisch sind Schmerzen im Kiefergelenk vor dem Ohr, ein Knacken beim Öffnen des Mundes, eine eingeschränkte Mundöffnung und morgendlicher Muskelkater in den Wangen. Häufig kommen Kopfschmerzen an den Schläfen, Nackenverspannungen, Ohrdruck oder Schwindel dazu. Ein einfacher Anhaltspunkt: Normal sind etwa drei übereinandergelegte Finger zwischen den Schneidezähnen.
Hilft Osteopathie bei CMD?
Bei muskulär bedingten Kieferbeschwerden ist es einer der häufigsten Anlässe in meiner Praxis. Wir behandeln Kaumuskulatur, Kiefergelenk, Kopfgelenke und Halswirbelsäule. Eine Garantie geben wir Ihnen nicht, eine gründliche Untersuchung und eine ehrliche Einschätzung schon.
Ersetzt Osteopathie die Aufbissschiene?
Nein. Die Schiene schützt die Zähne vor Abrieb und verändert die Position, in der die Kiefer aufeinandertreffen. Sie kommt von Ihrem Zahnarzt und ist bei nächtlichem Knirschen der Standard. Osteopathie behandelt die Muskulatur und das Gelenk, die über Monate in Überlastung waren. In der Praxis ist die Kombination aus beidem der übliche Weg.
Brauche ich zuerst eine zahnärztliche Untersuchung?
Ja, das empfehlen wir dringend. Die klinische Funktionsanalyse, die Beurteilung des Zahnkontakts und die Bildgebung gehören in die Zahnmedizin. Wenn Sie noch keine Abklärung hatten, schicken wir Sie zuerst dorthin. Ohne diese Grundlage behandeln wir höchstens die Muskulatur und die Ursache ist damit nicht gefunden.
Behandeln Sie den Kiefer auch von innen?
Auf Wunsch ja. Ein Teil der Kaumuskulatur ist von innen im Mund besser erreichbar als von außen. Wir machen das ausschließlich mit Ihrem Einverständnis, mit Handschuhen und nachdem wir es vorher erklärt haben. Ist Ihnen das unangenehm, arbeiten wir nur von außen, das ist völlig in Ordnung.
Wie viele Behandlungen brauche ich?
Bei muskulär bedingten Beschwerden zeigt sich meist nach zwei bis drei Terminen, ob sich etwas bewegt, mit Abständen von ein bis zwei Wochen. Entscheidend ist, was zwischen den Terminen passiert. Verändert sich nach zwei bis drei Behandlungen nichts, besprechen wir einen anderen Weg.
Wie lange dauert eine Behandlung?
Eine Behandlung dauert 50 bis 60 Minuten inklusive Anamnese. Der erste Termin nimmt Zeit für Anamnese und Untersuchung in Anspruch, danach behandeln wir noch die verbleibende Zeit.
Was kostet eine CMD-Behandlung in München?
Abgerechnet wird nach dem Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker. Wie hoch der Betrag ausfällt, hängt vom Umfang der Behandlung ab, deshalb nennen wir Ihnen den konkreten Preis bei der Terminvereinbarung. Die Aufbissschiene rechnet Ihr Zahnarzt separat ab, nicht wir.
Übernimmt die Krankenkasse die CMD-Behandlung?
Hier muss man zwei Dinge trennen. Die osteopathische Behandlung bezuschussen über 70 gesetzliche Krankenkassen anteilig, meist gegen ärztliches Privatrezept. Die Aufbissschiene wird bei entsprechendem zahnärztlichem Befund häufig von der Kasse übernommen, die Funktionsanalyse dagegen oft nicht. Fragen Sie das direkt in der Zahnarztpraxis nach.
Kann CMD Kopfschmerzen verursachen?
Ja und das ist einer der häufigsten Zusammenhänge. Der Schläfenmuskel gehört zur Kaumuskulatur und liegt genau dort, wo viele Menschen ihren Kopfschmerz spüren. Ein typisches Muster sind Kopfschmerzen, die schon beim Aufwachen da sind, zusammen mit einem steifen Kiefer.
Kann CMD Tinnitus oder Schwindel auslösen?
Das Kiefergelenk liegt unmittelbar vor dem Gehörgang, getrennt nur durch eine dünne Knochenwand, weshalb Ohrdruck, das Gefühl eines verstopften Ohrs und Ohrgeräusche bei Kieferbeschwerden gehäuft auftreten. Eine Wirkung auf das Ohrgeräusch selbst können wir nicht versprechen und eine HNO-ärztliche Abklärung gehört in jedem Fall vorweg.
Kann CMD Nacken- und Rückenschmerzen verursachen?
Kiefer und obere Halswirbelsäule arbeiten funktionell eng zusammen, unter anderem beim Schlucken, das wir über tausendmal am Tag tun. Eine dauerhaft angespannte Kaumuskulatur verändert deshalb die Spannung im Nacken und umgekehrt. Deshalb untersuchen wir bei CMD immer beides.
Was hilft gegen Zähneknirschen?
Zum Schutz der Zähne ist die Aufbissschiene das Mittel der Wahl. Osteopathisch behandeln wir die Folgen, also die überlastete Kaumuskulatur und die mitbetroffene Nackenregion. Das Knirschen selbst abzustellen, können wir nicht versprechen, weil es zu einem erheblichen Teil eine nächtliche Stresskompensation ist.
Was ist die richtige Ruhelage des Kiefers?
Die Zunge liegt locker am Gaumen, die Zahnreihen sind leicht auseinander und die Lippen sind geschlossen. Im Ruhezustand sollten sich die Zahnreihen gar nicht berühren. Wer diesen kleinen Abstand stundenlang aufhebt, belastet Muskulatur und Gelenk erheblich. Ein Klebepunkt am Bildschirmrand als Erinnerung wirkt erstaunlich gut.
Ist Kieferknacken schlimm?
Ein Knacken allein ist keine Erkrankung und kommt bei vielen Menschen ohne jede Beschwerde vor. Behandlungsbedürftig wird es erst, wenn Schmerzen, eine eingeschränkte Mundöffnung oder Folgebeschwerden dazukommen. Wenn der Kiefer plötzlich blockiert und sich der Mund nicht mehr öffnen oder schließen lässt, gehört das zeitnah zahnärztlich abgeklärt.
Ist die Behandlung schmerzhaft?
In der Regel nicht. Die Kaumuskulatur kann beim Tasten empfindlich sein, wenn sie stark angespannt ist, das kündigen wir vorher an. Ein Muskelkater-Gefühl in den Wangen für ein bis zwei Tage nach der Behandlung ist normal, besonders beim ersten Mal.
Behandeln Sie auch Jugendliche mit Zahnspange?
Ja. Während einer kieferorthopädischen Behandlung verändert sich der Zahnkontakt fortlaufend und die Kaumuskulatur muss das ausgleichen, sodass Kopf- und Kieferbeschwerden in dieser Phase häufig sind. Wir stimmen uns dabei gern mit der kieferorthopädischen Praxis ab.
Kann CMD nach einer Zahnbehandlung entstehen?
Das kommt vor. Eine lange Behandlung mit weit geöffnetem Mund, etwa eine Weisheitszahnoperation, belastet das Kiefergelenk erheblich und auch eine neue Krone oder Füllung, die minimal zu hoch ist, kann den Zahnkontakt verändern. Sprechen Sie das in beiden Fällen zuerst in der Zahnarztpraxis an.
Wann muss ich sofort zum Arzt?
Bei plötzlicher Kiefersperre, bei deutlicher Gesichtsschwellung mit Fieber, bei Taubheit im Gesicht, bei plötzlichem Hörverlust und nach einem Unfall mit Verdacht auf einen Bruch. Wichtig außerdem: Kieferschmerz links zusammen mit Engegefühl in der Brust, Atemnot oder Übelkeit kann ein Zeichen für einen Herzinfarkt sein, rufen Sie dann 112.
Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie uns gern, wir antworten persönlich. Alle Fragen rund um die Praxis finden Sie außerdem auf der FAQ-Seite.
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